VLN Langstreckenmeisterschaft
Nürburgring
WTCR – FIA Tourenwagen-Weltcup
LEUCHTER GEWINNT SEIN ERSTES WTCR – RENNEN BEIM HEIMSPIEL AUF DER NORDSCHLEIFE
24. Juni 2019 Zurück zur Artikelübersicht »

Triumph vor heimischen Rängen: Volkswagen Fahrer Benjamin Leuchter (D) gewinnt sein erstes Rennen im WTCR – FIA Tourenwagen-Weltcup auf der Nürburgring-Nordschleife. Im dritten Lauf wurde der Lokalmatador seiner Favoritenrolle gerecht und gewann von der Pole Position aus gestartet als erster Deutscher ein Rennen in der Tourenwagen-Königsklasse.

Ein Kindheitstraum wird Realität und die „Grüne Hölle“ schreibt erneut Geschichte. Volkswagen Fahrer Benjamin Leuchter hat am vergangenen Samstag im Rahmen der 47. Auflage des 24-Stunden-Rennens auf der Nürburgring-Nordschleife zum ersten Mal ein Rennen der WTCR – FIA Tourenwagen-Weltcup gewonnen und das bei seinem Heimspiel vor 230.000 Zuschauern.

Der Lokal-Matador wurde im Hauptrennen seiner Favoritenrolle gerecht und rang beim „Race of Germany“ des Tourenwagen-Weltcups auf der Nürburgring Nordschleife die gesamte Welt-Elite nieder. Im direkten Duell mit Tabellenführer Esteban Guerrieri konnte Leuchter alle Manöver im Verlauf des Rennens abwehren und gewann mit seinem Golf GTI TCR von Sébastien Loeb Racing das Hauptrennen, nachdem er bereits am Tag zuvor in einem dramatischen Qualifying die Pole Position erobern konnte.

„Ich glaube, das ist der wichtigste Sieg in meiner Karriere. Das Starterfeld in der WTCR ist das Härteste, was es je gegeben hat. Wer hier ein Rennen gewinnt, der gehört zu den besten Fahrern der Welt. Und deshalb bin ich unglaublich zufrieden und glücklich, dass das heute gelungen ist.“ sagte Leuchter nach seinem Sieg in der Tourenwagen-Königsklasse.

Im ersten Qualifying hatte der 31-jährige Duisburger noch etwas Pech, denn unter schwierigen, halbtrockenen Bedingungen rechnete sich der Regen-Spezialist eigentlich gute Chancen aus. Da die halbe Session durch Code60-Phasen (60 km/h Tempobegrenzung) auf der Strecke geprägt waren, konnte Leuchter keine richtig schnelle Rundenzeit herausfahren und musste sich mit Startplatz zehn zufriedengeben. Immerhin arbeitete sich der WTCR-Neuling im ersten Rennen noch bis auf Platz sieben vor und konnte wichtige Meisterschaftszähler mitnehmen.

Das zweite Qualifying fand erneut unter abtrocknenden Bedingungen statt und war an Dramatik kaum zu überbieten. Trotz einer Code60-Phase kurz vor Ende gelang es Leuchter, der auf seiner letzten schnellen Runde unterwegs war, seine Rundenzeit noch einmal zu verbessern und fuhr letztendlich die Pole Position heraus.

Durch die umgekehrte Startreihenfolge stand Teamkollege Johan Kristoffersson (S) im zweiten Rennen auf der Pole Position und ließ von Beginn an nichts anbrennen. Der Schwede fuhr einen ungefährdeten Sieg nach Hause und bescherte Volkswagen Motorsport den ersten Saisonsieg. Benjamin Leuchter, der von Rang neun ins Rennen ging, konnte sich im Rennen bis auf Platz fünf nach vorne kämpfen.

Im Hauptrennen ging Leuchter dann von der Pole Position aus ins Rennen. Nach dem Start musste sich der Duisburger in einem harten Manöver gegenüber Tabellenführer Esteban Guerrieri in der ersten Kurve durchsetzen und konnte anschließend die Führung halten. Auf der fast drei Kilometer langen Gerade der Döttinger Höhe saugte sich Guerrieri allerdings im Windschatten an den Golf heran und setzte zum Überholen an. Mit einem starken und fairen Abwehrmanöver hielt der Volkswagen Pilot dagegen und konnte die Führung behaupten. In der letzten Runde löste ein heftiger Abflug seines Teamkollegen Kristoffersson eine doppelt-gelb geschwenkte Zone aus (120 km/h Tempobegrenzung), welche der erfahrene Nordschleifen Profi nutzte und eine Code60-Phase vortäuschte, um den Verfolgern auf der langen Döttinger Höhe den Speed zu nehmen. Überholen verboten und Leuchter gab das Tempo vor. Im Anschluss war er nicht mehr aufzuhalten und fuhr seinen ersten WTCR-Sieg in seiner Debüt-Saison ein.

„Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich kann es noch nicht richtig fassen. Das bedeutet mir wirklich viel. Mein ganzes Leben hat eine Verbindung zu dieser Strecke. Alles was ich erreicht habe, habe ich hier erreicht. Ein WTCR-Rennen hier gegen so starke Fahrer zu gewinnen, ist einfach toll. Ich möchte mich bei allen Menschen bedanken, die stehts an mich geglaubt haben. Allen voran meiner Familie, Volkswagen Motorsport-Direktor Sven Smeets und seinem Team und natürlich den Jungs von Sébastien Loeb Racing, die einen fantastischen Job gemacht haben.“ sagt der glückliche Rennsieger Benjamin Leuchter.

Weiter geht es für Leuchter, der in der Gesamtwertung als derzeit bester Volkswagen Pilot auf Rang 13. liegt, in der WTCR am 6. und 7. Juli in in Vila Real (P).

Mehr Informationen zum WTCR – FIA Tourenwage-Weltcup finden sie auf www.fiawtcr.com

Text: A.Dannenberg (Motorsport-Karriere.de)
Bild: WTCR